Frage:

Bitte erklären Sie, für wen das Prinzip von Al-Wala' wal-Bara' (Loyalität und Lossagung um Allahs willen) sein sollte? Ist es erlaubt, den Kuffar gegenüber loyal zu sein?

Antwort:

Al-Wala' wal-Bara' bedeutet, die Gläubigen zu lieben und ihnen treu zu sein und die Kuffar und ihren Glauben zu hassen, sich von ihnen zu entfremden und sie abzulehnen. Allah (gepriesen sei Er) sagt in Surah Al-Mumtahanah: „Wahrlich, ein vorzügliches Beispiel habt ihr an Ibrâhîm (Abraham) und jenen, die mit ihm waren, als sie zu ihrem Volk sagten: 'Wahrlich, wir sind frei von euch und von dem, was ihr außer Allah verehrt. Wir lehnen euch ab, und zwischen uns und euch hat Feindschaft und Hass auf ewig begonnen, bis ihr an Allah allein glaubt.'“ Feindschaft und Hass bedeuten nicht, dass man berechtigt ist, gegen Ungläubige zu unterdrücken oder zu übertreten, solange sie nicht gegen euch kämpfen. Es ist Pflicht für Muslime, jegliche Art von Loyalität zu Kuffar um Allahs willen zu meiden; sie sollten sie stattdessen verabscheuen, aber ihnen nicht schaden, verletzen oder ohne rechtmäßigen Anspruch unterdrücken. Wenn sie euch grüßen, solltet ihr den Gruß erwidern und ihnen zum Guten raten.

Allah sagt: 'Und streitet nicht mit den Leuten der Schrift (Juden und Christen), es sei denn auf eine Art, die besser ist (mit guten Worten und auf freundliche Weise, sie zum Islamischen Monotheismus mit Seinen Versen einladend), außer mit denen von ihnen, die Unrecht tun.' Die Leute der Schrift sind Juden und Christen. Das Gleiche gilt auch für andere Ungläubige, die Dhimmis (unter islamischer Herrschaft lebende geschützte Nicht-Muslime) sind oder denen Sicherheit gewährt wurde oder die ein Sicherheitsversprechen erhalten haben. Allerdings müssen sie bestraft werden, wenn sie Unrecht tun. Es ist dem Gläubigen erlaubt, sowohl Muslime als auch Nicht-Muslime auf die beste Weise zu ermahnen, während er die letzteren um Allahs willen hasst. Allah sagt: 'Ladet (die Menschheit, O Muhammad ﷺ) zum Weg deines Herrn (d.h. zum Islam) mit Weisheit (d.h. mit der göttlichen Offenbarung und dem Koran) und gerechter Predigt ein und streitet mit ihnen auf eine Weise, die besser ist.'

Es ist euch erlaubt, sie zu Allah zu rufen und sie in die Wahrheit zu unterweisen und zu leiten; vielleicht leitet Allah sie durch euch auf den geraden Weg. Weiterhin ist es kein Schaden, ihnen Sadaqah (freiwillige Almosen) zu geben und freundlich mit ihnen umzugehen, wie Allah (gepriesen und erhaben ist Er) sagt: 'Allah verbietet euch nicht, gegenüber denen, die nicht wegen der Religion gegen euch gekämpft und euch nicht aus euren Häusern vertrieben haben, gerecht und gütig zu sein. Wahrlich, Allah liebt die Gerechten.' Es wurde authentisch in den beiden Sahih (authentischen) Hadith-Büchern (d.h. Al-Buchari und Muslim) berichtet, dass der Prophet (Friede sei mit ihm) Asma' bint Abu Bakr (möge Allah mit ihr zufrieden sein) anwies, die familiären Bindungen zu ihrer ungläubigen Mutter aufrecht zu erhalten während des Waffenstillstands zwischen dem Propheten (Friede sei mit ihm) und den Leuten von Mekka im Jahr Al-Hudaybiyyah.

Schaykh Abdulaziz bin Baz, rahimahullah

Quelle: Majmoo al-Fatawa Ibn Baz, Teil 5, Seite 247.